Eintracht-Chaoten beschimpfen Kapitän Rode
sport
05.12.2019

Eintracht-Chaoten beschimpfen Kapitän Rode

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Leuchtraketen, Rauchkörper fliegen aus dem Gästeblock auf den Rasen, auch ein Böller wird gezündet. Ein Fußballspiel? Vorerst unmöglich. Schiedsrichter Manuel Gräfe bittet die Mannschaften des FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt folglich zurück in die Katakomben der Opel-Arena. Gäste-Kapitän Sebastian Rode geht derweil mit Fan-Liebling Filip Kostic zum eigenen Anhang. Sie bemühen sich, die Lage zu beruhigen. Offenbar vergeblich. Wie über die Mikrofone im Kabinentrakt deutlich zu hören ist, sagt Rode zu einem der Assistenten des Schiedsrichters: "Die haben selbst zu mir gesagt, verpiss dich." Erst nach rund zehn Minuten hat sich der Rauch gelegt, die Partie wird angepfiffen.

Am Dienstagvormittag hat sich Rode via Facebook gemeldet und die Vorkommnisse vor dem Eintracht-Block vom Montagabend eingeordnet: "Ein 'verpiss dich' von ein oder zwei Leuten auf dem Fußballplatz nehme ich nicht als Beleidigung von einer ganzen Fangruppe wahr. Ich glaube es tut allen gut, hier mal den Ball flach zu halten." Kein Verständnis äußerte er indes für das grundsätzliche Fehlverhalten. "Diese Fans haben dem Verein damit leider einen Bärendienst erwiesen."

Mit 2:1 (0:1) gewinnen die Mainzer das Derby. Für den neuen Trainer Achim Beierlorzer ist es der zweite Sieg im zweiten Spiel. Zwar gehen die Frankfurter durch Martin Hinteregger in Führung (34.), dann aber schwächt Dominik Kohr seine Mannschaft mit einer Roten Karte. Der Mittelfeldspieler war von hinten in die Beine von Levin Öztunali gelaufen. Er war dabei letzter Mann der SGE, der Platzverweis unstrittig. In Überzahl drehten die Gastgeber dann durch Karim Onisiwo (50.) und Joker Adam Szalai (69.) die Partie. Während sich die Mainzer nach dem fünften Saisonsieg langsam aus der Abstiegszone befreien, kassierte die SGE die dritte Liga-Pleite in Serie. Seit dem rauschhaften 5:1 gegen den FC Bayern gab's keine Punkte mehr.
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Mehr als die Niederlage ärgerten sich die Hessen aber über das erneute Fehlverhalten ihrer Fans. "Auf dem Weg können wir nicht weiter machen. Das schadet der Eintracht sehr", erklärte Vorstandsmitglied Axel Hellmann. "Der Sinn dieser Aktion erschließt sich mir nicht. Ich habe das Gefühl, dass im Moment einige Gruppen gezielt etwas mehr provozieren wollen." Seien frühere Protestaktionen vor allem gegen die Ansetzung von Montagsspielen noch "mit einem Augenzwinkern" versehen gewesen, sei mit dem Zünden der Feuerwerkskörper eine Grenze überschritten worden. "Hier gibt es keine Botschaft." Trainer Adi Hütter wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorkommnissen äußern.

Erst vor wenigen Wochen hatte es für die Eintracht eine harte Strafe gegeben. Nach den Ausschreitungen vor dem Spiel beim portugiesischen Verein Vitoria Guimaraes - Fans beider Lager hatten sich gegenseitig mit Sitzschalen beworfen - hatte die Uefa einen Ausschluss der Eintracht-Fans für die Partien bei Standard Lüttich und in London verfügt.

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